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Gedichtsammlung
Purpurne Abendröte
Purpurne Abendröte
Streut ihr Gold verschwendrisch umher,
Wünsche, Sorgen und Nöte
Sanken ins blaue Meer.
Hinter mir schwand in Frieden,
Was als Drache lauernd am Weg mir lag,
Alle Jahre, die schieden,
Scheinen mir nur Ein Tag.
Auf den Pfaden, den schattenlosen,
Über Steine kam ich und glühenden Sand,
Meines Lebens Rosen
Trage ich frisch in der Hand.
Weile noch, sinkende Sonne,
Die du Wunder auf Wunder vollbracht,
Deine süßeste Wonne
Gibst du vorm Tore der Nacht.
Isolde Kurz
aus «Deutsche Dichterinnen ...»; S.256