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Gedichtsammlung
La luna / Der Mond
Cuenta la historia que en aquel pasado
Tiempo en que sucedieron tantas cosas
Reales, imaginarias y dudosas,
Un hombre concibió el desmesurado
Geschichte weiß: in jener lang vergangnen
Zeit, die mancherlei geschehen sah,
Wirklich-, Eingebildet- und Bezweifelbares,
keimt' in einem Mensch der ungeheure
Proyecto de cifrar el universo
En un libro y con ímpetu infinito
Erigió el alto y ardua manuscrito
Y limó y declamó el último verso.
Vorsatz, das Universum auszudrücken
in einem Buch; mit zielbestrebter Wucht
türmt' er auf die unwegsame Handschrift,
feilte letzten Vers und trug ihn vor.
Gracias iba a rendir a la fortuna
Cuando al alzar los ojos vio un bruñido
Disco en el aire y comprendió, aturdido,
Que se había olvidado de la luna.
Danksagen wollt' er eben seinem Glück,
als er die Augen hebend eine blanke Scheibe
in Lüften sah und ganz betäubt begriff,
daß er den Mond vergessen hatte.
La historia que he narrado aunque fingida,
Bien puede figurar el maleficio
De cuantos ejercemos el oficio
De cambiar en palabras nuestra vida.
Mag die Geschichte auch erfunden sein,
so kann sie doch verdeutlichen den Fluch,
der jenen mitgegeben, die sich befleißen,
in Worte unser Leben umzuwechseln.
Siempre se pierde lo esencial. Es una
Ley de toda palabra sobre el numen.
No lo sabrá eludir este resumen
De mi largo comercio con la luna.
Stets bleibt das Eigentliche fort. 's ist ein
Gesetz für jedes Wort über das Wesen;
dem wird auch dieser knappe Abriß nicht entgehn,
vom langen Umgang, den ich pflegte mit dem Mond.
No sé dónde la vi por vez primera,
Si en el cielo anterior de la doctrina
Del griego o en la tarde que declina
Sobre el patio del pozo y de la higuera.
Ich weiß nicht mehr, wo ich ihn erstmals sah:
ob an dem Vorwelthimmel, den uns Hellas lehrt,
oder am Abend, wenn er niedersteigt
zum Patio mit dem Brunnen und dem Feigenstrauch.
Según se sabe, esta mundable vida
Puede, entre tantas cosas, ser muy bella
Y hubo así alguna tarde en que con ella
Te miramos, oh luna compartida.
Bekanntlich kann dies wandelbare Leben
nebst solchen Dingen auch sehr schön sein:
so an dem Abend, als wir - du und ich -
zu dir aufblickten, zwiegeteilter Mond.
Más que las lunas de las noches puedo
Recordar las del verso: la hechizada
Dragon moon que da horror a la balada
Y la luna sangrienta de Quevedo.
Leichter noch als die Monde in den Nächten
fallen mir ins Gedächtnis die der Verse: so
der behexte „dragon moon”, der die Ballade
durchgraut, der blutge Mond Quevedos.
De otra luna de sangre y de escarlata
Habló Juan en su libro de feroces
Prodigios y de júbilos atroces;
Otras más claras lunas hay de plata.
Von einem andern Blut- und Scharlachmond
sprach in dem Buch voll grauser Wunderwerke
und schauriger Verklärungen Johannes;
klarere Monde gibt's jedoch von Silber.
Pitágoras con sangre (narra una
Tradición) escribía en un espejo
Y los hombres leían el reflejo
Em aquel otro espejo que es la luna.
Pythagoras schrieb (wird überliefert)
mit Blut auf einen Spiegel, und es lasen
die Menschen dann den Widerschein der Schrift
in jenem andern Spiegelrund, dem Mond.
De hierro hay una selva donde mura
El alto lobo cuya extraña suerte
Es derribar la luna y darle muerte
Cuando enrojezca el mar la última aurora.
Von Eisen sei ein Wald, darinnen wohne
der große Wolf, den ein befremdlich Los
den Mond zu stürzen und zu töten zwinge,
wenn sich das Meer im letzten Aufgang röte.
(Esto el Norte profético lo sabe
Y también que ese día los abiertos
Mares del mundo infestará la nave
Que se hace con las uñas de los muertos.)
(Dies weiß der weise Norden; auch die Lehre,
daß an diesem Tag die aufgetanen
Weltmeere das Schiff heimsuchen wird,
das aus der Toten Nägeln ist gemacht.)
Cuando, en Ginebra o Zürich, la fortuna
quiso que yo también fuera poeta,
Me impuse, como todos, la secreta
Obligación de definir la luna.
Als es in Genf oder in Zürich Fortuna
gefiel, daß ich grad so Poet sein sollte,
übernahm wie alle ich geheime Pflicht,
den Mond poetisch zu bestimmen.
Con una suerte de estudiosa pena
Agotaba modestas variaciones,
Bajo el vivo temor de que Lugones
Ya hubiera usado le ámbar o la arena.
Mit einer Art erlernter Mühe
erging ich mich in anspruchslosen Bildern,
nicht ohne heftig Bangen, daß Lugones
den Bernstein und den Sand bereits verwendet hätte.
De lejano marfil, de humo, de fría
Nieve fueron las lunas que alumbraron
Versos que ciertamente no lograron
El arduo honor de la tipografia.
Aus mattem Elfenbein, aus Rauch, aus kaltem
Schnee erschuf ich Monde aufgehellten Scheins
in Versen, die die mühevolle Ehr'
des Buchdrucks freilich nicht errangen.
Pensaba que el poeta es aquel hombre
Que, como el rojo Adán del Paraíso,
Impone a cada cosa su preciso
Y verdadero y no sabido nombre.
Der Dichter, wähnt' ich, sei solch ein Mensch,
der wie im Paradies der rote Adam
jedwedes Ding belehnt mit seinem klaren
und wahrhaftgen und unbekannten Namen.
Ariosto me enseñó que en la dudosa
Luna moran los sueños, lo inasible,
El tiempo que se pierde, lo posible
O lo imposible, que es la misma cosa.
Mich lehrte Ariost, der ungewisse Mond
sei Aufenthalt der Träume, des Ungreifbaren,
der Zeit, die sich verliert, des Möglichen
oder Unmöglichen, was dasselbe ist.
De la Diana triforme Apolodoro
Me dejó divisar la sombra mágica;
Hugo me dio una hoz que era de oro,
Y un irlandés, su oscura luna trágica.
Den magischen Schatten der Diana ließ
mich dreigestalt Apollodor erkennen,
Hugo vererbte mir ein goldnes Sichelrund,
ein Ire seinen tragisch düstren Mond.
Y, mientras yo sondeaba aquella mina
De las lunas de la mitología,
Ahí estaba, a la vuelta de una esquina,
La luna celestial de cada día.
Und während ich noch diese Mine
der Mondmythologie erlotete,
war plötzlich, hinter einer Straßenecke
der Mond am Himmel jedes heute da.
Sé que entre todas las palabras, una
Hay para recordarla o figurarla.
El secreto, a mi ver, está en usarla
Con humildad. Es la palabra luna.
Weiß, daß unter allen Worten eines
ihn zu erinnern oder vorzustellen dient.
Es kommt, so scheint mir, darauf an, in Demut
es zu brauchen, nämlich das Wort „Mond”.
Ya no me atrevo a macular su pura
Aparición con una imagen vana;
La veo indescifrable y cotidiana
Y más allá de mi literatura.
Bin nicht mehr so dreist, sein klares Scheinen
mit irgendeinem eitlen Bild zu trüben;
ich seh ihn unenträtselbar, alltäglich
und meiner Schriftgelehrtheit weit entrückt.
Sé que la luna o la palabra luna
Es una letra que fue creada para
La compleja escritura de esa rara
Cosa que somos, numerosa y una.
Weiß, daß der Mond oder's Wort „Mond”
ein Zeichen ist der Schrift, geschaffen für den
verschlungnen Worttext dieses wunderlichen
Gebildes, das wir sind - in Mehr- und Einzahl.
Es uno de los símbolos que al hombre
Da el hado o el azar paraque un día
De exaltación gloriosa o agonía
Pueda escribir su verdadero nombre.
's ist eines der Symbole, wie sie dem Mensch
das Fatum gibt oder der Zufall, daß er
dereinst glorreich erhöht oder im Todeskampf
sich mit dem wahren Namen schreiben lerne.
Jorges Luis Borges
aus «Borges und Ich»; S.76ff