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Neudenken:
Astralleib-Wirksamkeit
Die Aufgabe der neuen Lebenskunde ist, solche Beispiele zu studieren, bis sich «der Anblick in ein inneres Anschauen verwandelt» (Goethe).[a] Dann taucht auch der reale [b] Begriff an Stelle des darwinistischen Unbegriffs [c] auf: es ist der des im Organismus des Tieres wirkenden Astralleibes [d]. Was bei der Pflanze noch nicht durchgestaltend, sondern erst begrenzend wirkt, schafft beim Tier den Leib zu einem Wesensausdruck, zu einer Charaktergestalt um.
Von der eigenartigen gestaltschaffenden Tätigkeit des Astralleibes gibt es noch eine andere Art von Manifestationen. Man findet, dass in ganz verschiedenen Archetypen des Tierreiches ähnliche Grundformen vorkommen. So wiederholt sich die Form eines gestielten Kelches mehrfach, bei der Seelilie (die zu den Stachelhäutern zählt), bei den Hydroidpolypen (die Nesseltiere, also Angehörige eines viel niedriger stehenden Typus sind) und bei den Carchesien (Glockentierchen, also dem untersten Reich zugehörig).[e] Die Form eines aufrechtstehenden, nach unten verjüngten und oben mit einem Deckel versehenen Bechers ist - geologisch bereits in sehr früher Zeit, im Silur - von den Korallen erlangt worden. Später haben dann ganz andere Grundtypen sich dieselbe Form zugeeignet: so die Armfüsser (Brachiopoden) im Perm und die Rudisten (metamorphosierte Muscheln, deren linke Schale zum Becher und deren rechte zum Deckel geworden sind) in der Kreidezeit; und noch ein viertesmal tritt dieselbe Form im Bereich der festsitzenden Krebse (Rankenfüsser), die beschalt sind, auf, und zwar im Tertiär, also in geologisch neuerer Zeit. Es will wenig heissen, wenn man die überraschende habituelle Ähnlichkeit der vier Formen auf die Wirkung ähnlicher Milieus (Brandungszone des Meeres) zurückführt. Das Phänomen besteht darin, dass an und für sich weitgetrennte Tiertypen sich zu gleichen Formen hinfinden, die nicht als «Anpassung an die Brandung» ausgegeben werden können, sondern charakteristrische Baugedanken verkörpern. Es ist, als wüchse von unabhängigen Grundstämmen aus eine Anzahl von Seitenzweigen in einen gemeinsamen Gestaltsraum hinein.
Wiederum stösst man hier auf das Problem des differenzierten Raums, der ein anderer sein muss als der der gewöhnlichen Gegenstände. Der Tiertypus strebt bei seiner Verkörperung in diesen Raum und nimmt darin einen bestimmten «Habitus» an, der die phylogenetische [f] Herkunft so verdeckt, dass erst die genauere Untersuchung sie wiederfinden kann.
Ein anderes, sehr weites Gebiet, auf dem man die Wirksamkeit des Astralleibes studieren kann, ist das Verhältnis des Organismus zu bestimmten Stoffen, die er als Baustoffe erzeugt oder abscheidet. Das stoffliche Ergebnis der physiologischen Prozesse ist hier keine zufällige Abbausubstanz, sondern der Ausdruck einer bestimmten Innerlichkeit (Astralität). Hier ist für künftige Forschung ein gewaltiges Feld offen. Nur ein Beispiel sei gegeben: die Silberfarbe der Fische stammt daher, dass in ihren Schuppen eine der Harnsäure verwandte Substanz (Guanidin)[g] auskristallisiert ist; hier ist sie aber nicht Exkret, wie im Harn, sondern Schmuck. Merkwürdigerweise ist das Weiss auf den Flügeln mancher Schmetterlinge (Pieriden, zu denen der bekannte Kohlweissling zählt) ein chemisch ganz ähnlicher Stoff. Dieselbe Substanz bildet dann im Säugetierreiche den reflektierenden Augenhintergrund der Katzentiere, - und endlich findet sich die Harnsäure in ausserordentlicher Menge in der Entleerung der Schlangen ... Solche sonderbaren und scheinbar weit hergeholten Zusammenhänge sollten studiert werden. Man muss sie gewissermassen physiognomisch werten. Es müssen in ihnen sich Geheimnisse des Astralleibes spiegeln.
Hermann Poppelbaum
aus «Tier-Wesenskunde»; S.14ff
Unsere Anmerkungen
a] vgl. ders. zur Bildanschauung
b] eigentl. „wirkliche” (vgl. »TzN Jän.2004«: Anm.b)
c] vgl. MblB.26
d] vgl. Mbl.5
e] Seelilien, Polypen und Carchesien sind festsitzende, koloniebildende Tiere.
f] stammesgeschichtliche (auf allen Ebenen der biologischen Systematik)
g] auch Iminoharnstoff (CN₃H₅) genannt