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Neudenken:
Bewegungsphänomen
Bei der heutigen Tendenz zu nur mathematischer [a] Behandlung der Himmelsphänomene verblaßt die farbige Erscheinungswelt, das sinnlich Gegebene, von dem ursprünglich ausgegangen wurde, zu grauen Schemen. Und es wird dabei die mannigfaltige Geistwelt, die geistige Realität der Wirksamkeiten und der Wesen [b] nicht erreicht. Man bleibt unverbindlich in einem Zwischenreich und verliert die Realität des astronomischen Geschehens in innerer und äußerer Offenbarung.
Es erscheint daher als notwendige Forderung unserer Zeit, das Augenmerk wieder mehr auf die reinen Himmelserscheinungen zu richten.
Die phänomenologische Darstellung im Sinne einer goetheschen Methode versucht die Urphänomene [c] herauszuschälen. Sie ordnet die einzelnen Erscheinungen gemäß ihrer sinnvollen Zusammenhänge. Bei einer rein den Phänomenen folgenden Beschreibung tritt das Prinzip der Metamorphose, der Wandlung, hervor. Der Kosmos ist ein Leuchte- und Bewegungszusammenhang, der sich in stets wandelnden Rhythmen auf- und abflutender Phänomenfolgen darlebt. Großartige Beispiele für das Prinzip der Metamorphose der Erscheinungen bieten sich bei den Gesetzen der Finsternisse oder der Planetenschleifen.
Folgt man in Ruhe und Muße solcher Darstellungsart, so treten viele, zuerst unbeachtete Tatsachen ins Bewußtsein. Das Buch [d] enthält zahlreiche solche Zusammenhänge, die zum Teil selbstverständlich erscheinen können, die aber im Rahmen der angewandten Methode vielfach Neues bringen und an Wert gewinnen, wenn sie in ihrer Tatsachen-Bilder-Sprache gelesen werden.
Die Erscheinung wird heute im allgemeinen zum «Schein» herabgewürdigt. Sie muß wieder als physiognomischer Ausdruck gewertet werden, der etwas ausspricht. In der Erscheinung bekundet sich das Gesetz, in der Erscheinungsfolge offenbart sich Wesen und Wirken. Mit anderen Worten: das Relative kann als Relation erkannt und gewertet werden, denn in dem Verhältnis von Erde und Mensch, Kosmos und Erde oder Kosmos und Mensch, das an den Erscheinungen abgelesen werden kann, äußert sich Reales. Es ist die Aufgabe, an den individuellen Erscheinungsfolgen die kosmischen Real-Wirksamkeiten abzulesen.
In der bloßen Formel der mathematisch allgemeinen Behandlung liegt die «allgemeine Lösung» der Planetenbewegungen vor, aus der nach Bedarf durch Einsetzen der «Konstanten» die Bahnen der einzelnen Planeten als Spezialfall abgeleitet werden können.
Für die hier versuchte Betrachtungsweise soll der Abstrahierungsprozeß rückgängig gemacht und das Hauptgewicht auf die konkret verwirklichten Einzelfälle gerichtet werden. Gerade die Variationen, die verschiedene Art der Metamorphosen, wie Saturn, Jupiter, Mars usw. die allgemeine Bewegungsformel der Planeten erfüllen, offenbaren Wesenszüge ihres Charakters.
So führt diese Darstellungsart wie von selbst dazu, daß die astronomischen Erscheinungen etwas auszusprechen beginnen, physiognomische Gesten werden, in denen gesetzliche, ja weisheitsvolle Ordnung sichtbar wird und diese als eine Wesenhaftes andeutende Sprache, als eine Wesenskunde erscheint. [...]
Die einzelnen und zusammenfassenden Erscheinungs-Bilder-Folgen erfahren durch die geisteswissenschaftlichen Einsichten eine Ergänzung nach der Wesensseite hin. Dadurch kann der Tatsache [b] des Kosmos als eines Organismus, eines geordneten Ganzen, einer Wesensäußerung entsprochen werden. [...]
Joachim Schultz
aus «Rhythmen der Sterne»; S.12f
Unsere Anmerkungen
a] und daraus raumfahrttechnischer (siehe auch "Mathematik und Astronomie")
b] somit die eigentliche Wirklichkeit (vgl. »TzN Jän.2004«: Anm.b)
c] vgl. »TzN Feb.2007«
d] dem dieser Text entnommen ist