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Merkblatt-
Beilage 36i:
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Planeten: Frau und Mann
Geschlechtsbewegungen © 2013 by T.G.Meier
siehe auch Mbl.5
Des Menschen Trennung in zwei Geschlechter war eine der Voraussetzungen zur Entwicklung der Freiheit. Zwar ist diese Trennung nicht absolut, beleben ja grundsätzlich jede Frau männliche Kräfte und jeden Mann weibliche, doch kann seine höhere Einheit nur dann wiedererstrebt werden, wenn Frau und Mann in ihrer Sonderheit betrachtet werden. Eine brauchbare Möglichkeit dazu bietet das differenzierte Erfassen von Denken, Fühlen und Wollen, die das Verhältnis der Wesensglieder zueinander prägen.
Die vier Wesensglieder können dank den platonischen Körpern (vgl. F8) beschrieben werden, denn diese zeigen die Formbeziehung des jeweiligen an. So deutet der Würfel aufs erdige Element und somit den physischen Leib (Formleib), der Ikosaeder aufs wässrige Element und somit den Lebensleib (Ätherleib), der Oktaeder aufs luftige Element und somit den Astralleib (Seelenleib) und der Tetraeder aufs feurige Element und somit das ICh. Obschon die vier proportional (vgl »TzN Jän.2006«) aufeinander einwirken, hängen sie doch auf recht unterschiedliche Weise voneinander ab. Klares Denken, offenherziges Fühlen und starkes Wollen geben ihnen immer wieder eine gemeinsame Ausrichtung, mithin den notwendigen Zusammenhalt.
Der rosenkreuzerisch-alchemistische Ansatz bei den Planetenmetallen mag helfen, diese Wirkungsweisen besser zu verstehen. Er hilft auch beim meditativen Begreifen, wie ein Mensch lockerer ins Irdische inkarniert und als Frau erscheint (▼ ≙ ¯) oder fester und als Mann hervortritt (▲ ≙ _).
Denken
Das Denken spielt zwischen individuellem Feuer und astraler Bewegung (Emotion). Dabei kann es konsequent einer Linie folgen oder sich in alle möglichen Richtungen zerstreuen. Der unvoreingenommenen Beobachtung ergeben sich zwei verschiedene Vorgehenstypen:
Die Frau zeigt im Denken Wärme und Ausdehnung, somit etwas an Kupferqualität. Die dabei angeregten Venuskräfte stehen ihr als Zuneigung zur Verfügung, die von ihrer Mitte in den Umkreis strömt. Im feurigen Offenbarungsfeld mag ihr Denken mit halbbewusster Intuition an die Tetraeder-Struktur rühren - dann weiss sie, was subjektiv richtig ist.
Der Mann zeigt im Denken Kühle und Schwere, somit etwas an Bleiqualität. Die dabei angeregten Saturnkräfte stehen ihm als Distanzierung zur Verfügung, die aus dem Umkreis das Zentrum fokussiert. Im luftigen Lichtfeld mag sein Denken mit halbbewusster Imagination an die Oktaeder-Struktur rühren - dann strebt er nach objektiv Richtigem.
Fühlen
Das Fühlen spielt zwischen astraler und lebendiger Bewegung. Dabei kommt es zu antipathischen und sympathischen Gesten, die je nach Intensität Lebenskräfte abbauen. Der unvoreingenommenen Beobachtung ergeben sich zwei verschiedene Vorgehenstypen:
Die Frau zeigt im Fühlen geschmeidige Beweglichkeit, somit etwas an Quecksilberqualität. Die dabei angeregten Merkurkräfte stehen ihr als Anpassungsfähigkeit zur Verfügung. Im luftigen Beseelungsfeld mag ihr Fühlen mit unbewusster Inspiration an die Oktaeder-Struktur rühren - dann findet sie, was hässlich und was schön in Erscheinung tritt.
Der Mann zeigt im Fühlen biegsame Formkraft, somit etwas an Zinnqualität. Die dabei angeregten Jupiterkräfte stehen ihm als ordnende Weisheit zur Verfügung. Im wässrigen Belebungsfeld mag sein Fühlen mit halbbewusster Inspiration an die Ikosaeder-Struktur rühren - dann spürt er, was kränkend und was gesundend wirkt.
Wollen
Das Wollen spielt zwischen lebendiger Bewegung und beharrender Form. Wenn dies in harmonischer Wechselwirkung geschieht, stärkt es das Tun und Lassen. Der unvoreingenommenen Beobachtung ergeben sich zwei verschiedene Vorgehenstypen:
Die Frau zeigt im Wollen lebendige Schaffenskraft, somit etwas an Silberqualität. Die dabei angeregten Mondenkräfte stehen ihr als zartere Leibesformung zur Verfügung. Im wässrigen Belebungsfeld mag ihr Wollen mit unbewusster Imagination an die Ikosaeder-Struktur rühren - dann bildet sie, was in ihr lebt.
Der Mann zeigt im Wollen verbindliche Durchsetzungskraft, somit etwas an Eisenqualität. Die dabei angeregten Marskräfte stehen ihm als festere Leibesformung zur Verfügung. Im erdigen Formenfeld mag sein Wollen mit unbewusster Intuition an die Würfel-Struktur rühren - dann setzt er um, was sich ihm ergibt.
Bemerkenswerterweise ergeben sich folgende Resonanzen:
das Weibliche sich erhebend mit den untersonnigen Planeten,
das Männliche sich senkend mit den obersonnigen.
Also wirken die Seelenfähigkeiten
bei der Frau jeweils ins nächst höhere Wesensglied,
beim Mann ins nächst tiefere.
Im Gegenzug ist sie genötigt, sich bis ins Physiologische hineinzubegeben, während er über sich hinauszuwachsen sucht, sie somit nach Vollständigkeit strebt, er nach Vollkommenheit (C.G.Jung). Es zeigt sich jedoch auch, wie die Frau sich aus dem physischen bis ins Geistige emporschwingt, während der Mann aus dem Geistigen bis ins Physische vordringt.
Im Christusgold der Sonnenkräfte offenbart sich, wie im Menschen beide Geschlechter Denken, Fühlen und Wollen ausgleichen und zusammen ein Ganzes bilden. Ihm ist es stets neu gegeben, die inneren Substanzkräfte zueinander ins rechte Gleichgewicht zu bringen. Was haben die Alchemisten, ob Frau oder Mann, anderes unternommen, um den Stein der Weisen zu bereiten und immer mehr Mensch zu werden?
nach Thomas Georges Meier
in »das Goetheanum« 6-7·2013; S.6-10