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Merkblatt-
Beilage 2:
Elaine und Lancelot
Rosemary Sutcliff
Noch vor der Hochzeit von Linnet und Gaheris [a] war Lancelot [b] von Camelot [c] aufgebrochen, denn es drängte ihn neuen Abenteuern entgegen. Von allen Rittern der Tafelrunde war er derjenige, der am häufigsten wegritt, und man glaubte, das tue er nur, weil er immer noch mehr Ruhm und Ehre gewinnen wolle. Manchmal ritt er zu seinem Schloss ,Joyeux Gard'[d] , das ihm Arthur [e] in Nordwales zur Verfügung gestellt hatte, doch meistens verschwand er einfach irgendwohin in die Wildnis, um seinen Hunger nach neuen Abenteuern und Gefahren zu stillen.
Aber in Wahrheit ritt er nur, um die Ehre der Königin und seine eigene Ehre zu schützen. Denn seine Liebe zu Ginevra [f] und ihre Liebe zu ihm wurde mit jedem Frühling und Sommer und jedem Winter stärker.[g] Und wenn es ihm immer schwerer wurde, sie jeden Tag am Hof zu sehen, mit ihr zu sprechen oder mit Falken zu jagen oder beim Tanz ihre Hand zu berühren, und er doch die ganze Zeit wusste, daß sie Arthurs Gemahlin war, und er es schliesslich am Hofe nicht mehr länger aushielt, dann konnte es geschehen, dass er sich Pferd und Rüstung bringen liess und Hals über Kopf alleine fortritt. Und dann war ihm, als müsse er sich von allem losreissen und sein Herz blutend zurücklassen ...
So war er, als Gaheris in diesem Herbst [h] Hochzeit feierte, wieder einmal über alle Berge und ritt gerade durch ein seltsames Ödland. Die Felder um die wenigen Siedlungen sahen trostlos und verlassen aus, und die Bäume, die in anderen Landstrichen in dieser Zeit im Schein der Herbstsonne golden und kupfern schimmerten, streckten hier nur einige dürre braune Blätter in den milchbleichen Himmel. Und eines Tages führte ihn der Zufall über die grosse Brücke nach Corbenic, und er erblickte vor sich einen grossen Turm und um den Turm herum die zusammengekauerten Dächer von Corbenic. Und noch während er über die Brücke zur Stadt ritt, verliessen die Bewohner Häuser und Arbeit, kamen in Scharen herbei, drängten sich um sein Pferd und hielten es bei den Zügeln und den Steigbügeln und riefen ihm vielerlei zu, wie jemandem, der allen bekannt und von jedermann geschätzt ist. „Willkommen, Sir Lancelot, die Zierde des Ritterstandes! Nun wird unsere Frau von ihrem furchtbaren Geschick erlöst!”
„Und welches ist ihr Geschick?” fragte Lancelot, dem es schwerfiel, sich in dem Stimmengewirr zurechtzufinden.
„In diesem Turm schmachtet sie, festgebannt in einem kochendheissen Bad”, erwiderten die Bewohner. „schon fünf Jahre währt ihre Qual. Das alles hat sie den bösen Zauberkünsten von Morgan der Fee [i] und der Königin von Northgalis zu verdanken. Die beiden waren auf ihre Schönheit eifersüchtig - denn so schön ist sie, dass man sie Elaine die Lilie [k] nennt -, und in dem Turm muss sie eingeschlossen bleiben bis zum Tag, an dem sie der beste Ritter der Welt befreien wird!”
Und während ihm das die Bewohner der Stadt erzählten, drängten sie Lancelot und sein Pferd die Strassen hinauf und auf den Turm zu.
„Ich sehe nicht ein, warum das gerade mir gelingen sollte, wenn so viele gute Ritter vor mir gescheitert sind”, sagte Lancelot. „Aber ich will tun, was ich kann.” Und er sass vor dem gewölbten Turmeingang vom Pferd ab, stieg die Wendeltreppe im Innern des Turmes hoch, und die Einwohner der Stadt folgten ihm nach. Oben am Treppenkopf kam er zu einer Eisentür. Die Tür war von innen verriegelt, doch als Lancelot sie mit der Hand berührte, sprang das Schloss sofort auf. Er stiess die Tür auf und trat ein. Da schlugen ihm Dampfschwaden entgegen und hüllten ihn ein; doch durch den heissen Dampf hindurch sah er in der Mitte des Raumes einen grossen Zuber [l] stehen, der mit kochendem Wasser gefüllt war, darin sass Frau Elaine, die ihm die Hände flehend entgegenstreckte. Lancelot durchschritt die Dampfschwaden, die im kalten Luftzug, der durch die offene Türe hereinströmte, immer dünner wurden, und ergriff Elaine bei der Hand, und sie stand auf und stieg aus dem brühenden Wasser.[m] Da drängten sich die Frauen, die Lancelot die Treppe hinauf gefolgt waren, um Elaine, und eine zog ihren eigenen Arbeitskittel aus und wickelte ihn um Elaines Kopf, und eine zweite hüllte sie in ihren Mantel, denn Elaine war nackt wie eine Nadel.
Und als sie notdürftig bekleidet war, ergriff sie Lancelots Hand und sagte: „Herr, ich danke Euch für meine Befreiung. Und nun wollen wir, wenn es Euch recht ist, zur Kapelle hinübergehen und Gott dafür danken.”
Da schritten sie die Treppe hinab und kamen durch eine enge Gasse zur Kapelle, und das ganze Volk strömte ihnen nach, und alle waren stumm vor lauter Freude. Da knieten Sir Lancelot und Frau Elaine die Lilie vor dem Altar nieder und dankten Gott. Und Lancelot sann wieder eine kleine Weile nach: War dies vielleicht das Wunder, das er mit Gottes Kraft vollbringen durfte? [n] Doch abermals spürte er, dass es etwas anderes war, dass er einfach einen magischen Bann gebrochen hatte.
Und als die beiden dann wieder ins Sonnenlicht hinaustraten, betrachtete Lancelot Frau Elaine und sah, dass die Röte, die das siedende Wasser verursacht hatte, schon aus ihrem Gesicht zu weichen begann und das hellblonde Haar schon fast trocken war. Und er begriff, warum sie von den Menschen Elaine die Lilie genannt wurde, und es schien ihm, er habe noch nie eine schönere Frau gesehen, ausser der Königin Ginevra.
Da wandte Elaine den Kopf und lächelte Lancelot sehr würdevoll und zugleich sehr anmutig zu und sagte: „Herr Ritter, würdet Ihr mich jetzt, wo wir Gott unseren Dank abgestattet haben, vielleicht nach Hause begleiten?”
„Sehr gerne”, sagte Lancelot, „wenn Ihr mir sagen wollt, wo Ihr zu Hause seid.”
„Es ist nicht weit. Ich wohne am anderen Ende der Stadt”, sagte die junge Frau. „Und zwar im Schloss von Corbenic. Mein Vater ist nämlich König dieses Landes.”
Da wusste Lancelot plötzlich, weshalb die Bäume dürr und die Luft und das ganze Land öde und gottverlassen schienen, denn wie jedermann im ganzen Reich, hatte auch er von König Pelles [o] von Corbenic gehört.
König Pelles wurde auch der ,Sieche König' genannt, einer Wunde wegen, an welcher er schon seit langer, langer Zeit litt und die nie heilen wollte. Lancelot hatte auch gehört, wie mit dem König zugleich auch das ganze Land getroffen wurde und wie es seither viele Dürren und magere Ernten gegeben hatte und grosses Leid über das ganze Land gekommen war. Seltsame Geschichten hatte er gehört, auch über das Schloss von Corbenic ...
Doch jetzt war nicht die Zeit, stehenzubleiben und solchen Dingen nachzusinnen, denn das Mädchen schaute ihn immer noch erwartungsvoll an, und ihre Hand lag in der seinen, und sie wartete darauf, nach Hause begleitet zu werden.
So bestieg er sein Pferd und hob sie vor sich in den Sattel und ritt mit ihr durch die Gassen, und viele Menschen folgten ihnen eine Weile in aller Stille nach. Schliesslich erreichten sie den höchsten Punkt der Stadt und standen vor dem Schloss, hoch oben auf dem Felsen. Und un-mittelbar neben dem Schloss fiel der felsige Hang steil ab zum halbausgetrockneten Bett des Flusses, der tief unter ihnen seine Schleifen zog.
Im breiten Aussenhof des Schlosses wurden sie schon von den Schlossbewohnern erwartet und freudig willkommen geheissen, und Elaines Zofen eilten voller Freude, aber auch ganz besorgt herbei und brachten ihre Herrin auf ihre Gemächer. Und während sich ein paar Knappen des Pferdes annahmen und es zu den Ställen führten, brachten andere Lancelot zum Gästegemach und waren ihm beim Ausziehen der Rüstung behilflich. Danach wurde Lancelot in den grossen Schlosssaal geführt, und die Tische standen schon für das Abendessen bereit und waren mit weissen Leinentüchern gedeckt. Und König Pelles, der mehr einem Schatten glich als einem Menschen aus Fleisch und Blut, lag auf einer vergoldeten Liege, um die die Ritter und Hofdamen standen, während Elaine ganz nahe bei ihm sass und seine verdorrte Hand hielt.
„Ach, Sir Lancelot vom See”, sagte König Pelles - denn wie auch den Einwohnern von Corbenic war ihm Lancelots Name wohlbekannt -, „Gottes Segen ruhe auf Euch. Ich schulde Euch ewigwährenden Dank dafür, dass Ihr meine Tochter gerettet und zurückgebracht habt, wo schon so viele vor Euch versagt haben.”
Da sagte ihm auch die ganze Versammlung Dank, und alle begrüssten ihn, und man führte ihn zum Ehrenplatz an der Tafel, und dann setzte sich jedermann zum Mahl an den Tisch.
Und noch bevor die Speisen aufgetragen wurden, geschah etwas Seltsames. Doch Lancelot war später nie ganz sicher, ob das Ganze nicht vielmehr ein Traum gewesen war; vielleicht einer jener seltsamen Wachträume, die er als Knabe zuweilen gehabt hatte und von denen er manchmal vermutete, sie hätten etwas mit den Jahren seiner frühesten Kindheit zu tun,[p] über die sich ein undurchdringlicher Schleier des Vergessens breitete, mit jenen Jahren, die ihm Zeit seines Lebens das Gefühl gaben, etwas anders zu sein als andere Menschen.
Er wollte eigentlich nur einen Blick auf das grosse Fenster hoch oben an der entfernten Giebelwand werfen, als er im Gegenlicht der Abendsonne eine Taube [q] erblickte, die mit ausgebreiteten Flügeln vor dem Fenster schwebte; und von ihrem Schnabel hing ein kleines Weihrauchgefäss herab, durch und durch aus Gold. Und der feine Rauchschleier, der sich durch den ganzen Saal zog, duftete wie die herrlichsten Gewürze der ganzen Welt. Und plötzlich öffneten sich die grossen Portale unter dem Fenster weit, und eine Jungfrau [r] in weissen [s] Gewändern und einem weissen Schleier trug einen Kelch [t] herein, der war von einem weissen Samttuch verhüllt. Und vom Kelch ging, obwohl er verhüllt war, ein so blendender Lichtschein aus, dass niemand direkt hineinzuschauen wagte. Die Jungfrau näherte sich der Speisetafel, und es schien, als ob ihre Füsse den Boden gar nicht berührten und sie von einer unsichtbaren Macht getragen würde, und mit dem hocherhobenen Kelch machte sie die Runde um die Tafel, und dann entfernte sie sich wieder, und sowie sie die Türschwelle überschritten hatte, schlossen sich wie von selbst die Portale wieder hinter ihr.
Darauf trat im ganzen Saal grosse Stille ein, und Lancelot hatte das Gefühl, bessere Speise und besseren Trank genossen zu haben als irgendein Sterblicher. Und er konnte sich später auch nicht entsinnen, dass in jener Nacht noch irgendwelche anderen Speisen aufgetragen worden wären, noch dass irgend jemand danach verlangt hätte.
Lancelot hob den Kopf, welchen er andächtig gesenkt gehalten hatte, während der Kelch die Runde machte, und fragte: „Herr König vom Ödland, was hat dieses Wunder zu bedeuten?”
„In der Tat ist ein Wunder”, sagte König Pelles, „denn der Kelch, der soeben an Euch vorübergezogen ist, ist der Heilige Gral.[u] Das ist der Kelch, aus dem Unser Herr vor der Kreuzigung beim letzten Abendmahl getrunken hat, und in dem nachher sein Heiliges Blut aufgefangen wurde. Es wird Euch wie allen Menschen bekannt sein, dass dieser Kelch später durch Joseph von Arimathia nach Britannien gebracht wurde.[v] Und zuerst wurde er an die Heilige Stätte gebracht, die Joseph in diesem Lande begründet hat - nach Avalon, dem Land der Apfelbäume. Später wurde der Gral hier in Corbenic aufbewahrt, und ich, der ich aus Josephs Stamme bin und von den Menschen der ,Sieche König' genannt werde, heisse auch ,Hüter des Grals'. Einst wird der Gral auch um Arthurs Tafel die Runde machen, so wie Ihr es heute hier erlebt habt, und er wird alle Ritter der Tafelrunde zu ihrem grössten und letzten Abenteuer aufrufen. Und dann wird das Britannische Reich von König Arthur seine Blütezeit erleben, und die Flamme von Logres wird leuchten wie nie zuvor, bevor sich wieder von neuem die Finsternis über ihr schliessen wird.”
Noch mehrere Tage blieb Lancelot in Corbenic, doch den Gral hat er seit jener Nacht nie mehr erblickt. Zwar war er von Camelot fortgeritten, um seiner Liebe zur Königin zu entkommen, doch diese Liebe hatte ihn überallhin verfolgt, und da sie gerade so schnell war wie sein Pferd, half ihm alles Reiten nichts. So sah er für eine Weile keinen Grund, wieder weiterzureiten. Und Frau Elaine begleitete ihn oft auf kleinen Spazierritten und spielte mit ihm Schach, und wenn sie an warmen, sonnigen Herbstabenden draussen im verwilderten Schlossgarten spazierten, tauschten sie viele Worte miteinander. Doch Lancelots Herz war die ganze Zeit bei Ginevra, und so fiel es ihm gar nicht auf, dass sich Elaine in ihn verliebt hatte, und er ahnte nicht, wieviele Nächte sie weinte, bis der Schlaf sie tröstete.
Doch Brissen,[w] Elaines alte Amme, ahnte es wohl.
Und Brissen ging zu König Pelles und holte sich bei ihm Rat. Sie selbst war aus dem Stamm des Alten Volkes und kannte die geheimen Kräfte der Kräuter und verstand sich auf alle Zauberkünste, deren sich die Frauen bedienen, und wie viele ihres Stammes hatte sie auch ein wenig das zweite Gesicht. Und nachdem sie sich mit dem König beraten hatte, trat sie in Elaines Gemach und sagte: „Mein kleines Vögelein, so weint doch nicht so bitterlich, denn obwohl sein Herz nur Ginevra liebt, sollt Ihr ihn eine Weile zum Geliebten haben. Ihr werdet ihm einen Sohn gebären; den sollt Ihr Galahad nennen, denn das war auch seines Vaters erster Name.[x] Galahad wird der beste Ritter der Welt werden, er wird die Wunden eures Vaters heilen und das Ödland von seinen düsteren Schatten erlösen.”

aus «Lancelot und Ginevra»
Unsere Anmerkungen
a] ein jüngerer Bruder von Gawain, dem Sohn von König Lot of Orkney und Königin Margawse
b] Lancelot du lac (vom See) ist der Sohn von König Ban de Benoïc (engl.: Benwick) und Königin Elaine in der Bretagne, also kein Brite, und war von Viviane (engl. Nimue), der Dame du lac, aufgezogen worden, die ihm auch diesen Namen gab, denn getauft war er auf den Namen Galahad worden.
c] Camelot, in der Nähe von Glastonbury (Südwestengland), wird als Residenzstadt von König Arthur (Artus) und Königin Ginevra geschildert, im Unterschied zur Feste Tintagel (Westcornwall), wo König Uther Pendragon und Igraine Arthur gezeugt hatten und wohin sich später - nach einer anderen Überlieferung, die auch von R.Steiner aufgegriffen wird - die Ritter der Tafelrunde zu ihren alljährlichen Pfingstversammlungen zurückzogen.
d] Frohe Wacht
e] Der Name leitet sich von ,arth' (gäl. Bär) ab.
f] GINEVRA (franz. GINÈVRE) ist der mittelalterliche Name für walis. GWENHWYFAR oder ir. FINNABAIR, was beides ,weisse, helle Erscheinung' bedeutet und auf ,weisse Göttin', dh. Muttergöttin [vgl. Danu] weist.
g] Ginevra kann als Schwesterseele Lancelots (vgl. Mbl.25) aufgefasst werden, mit welcher ihn ein ungelöstes Karma (vgl. Mbl.9) verband; ähnliches finden wir bei Isolde und Tristan.
h] Der Herbst ist Lancelots Jahreszeit, in der er seine grossen Abenteuer (Aventiuren) erlebt (vgl. Mbl.13); in Bezug auf das untergehende Keltentum kommt er ja ,zu spät'.
i] Morgan le Fay, franz. Morgaine la fée, Tochter Igraines aus erster Ehe, ist die Halbschwester Arthurs und gehört dem ,Alten Volk' an, den Keltischstämmigen nämlich, die Lug (vgl. Mbl.24) in Trauer, Ergebung oder Auflehnung noch in der (untergehenden) Sonne suchen; deshalb zeigt sie sich ihrem Halbbruder und dessen Tafelrunde zwiespältig gesinnt.
k] Im Unterschied dazu mag Ginevra als (weisse) Rose bezeichnet werden.
l] Zuber oder Kessel sind, neben dem Helm, Ausprägungen der Schalenform, die insbesonders von den Kelten als kultisch bedeutsam begriffen worden waren. Der Formbegriff ,Schale', Urbild des Gefäss', beschreibt das Verhältnis des Leiblich-Seelischen zum Geist; nicht auf die Schale als solche kommt es an, sondern auf das, was von ihr getragen wird, was in ihr leuchtet oder tönt (vgl. Mbl.26: Anm.2).
m] Da Lancelot zu dieser Zeit Ginevra noch nicht berührt hatte, konnte er Elaine erlösen. Er galt wohl als der edelste Ritter seiner Zeit, doch sein unausgeglichenes Karma barg den Keim zur Zerstörung der Tafelrunde.
n] Lancelot fühlte von klein auf tief in seinem Herzen die Bestimmung, ein einziges Mal ganz aus dem Willen Christi heraus zu handeln und dadurch in die irdische Sphäre einzuwirken (vgl. Mbl.28: Anm.2).
o] bei Wolfram v.Eschenbach: Amfortas
p] Diese Jahre hatte er unter der Obhut der Dame du lac ,im See' verbracht.
q] lat. columba (im Unterschied zur grauen palumba), hebr. IoNaH (vgl. MblB.3a)
r] bei Wolfram v.Eschenbach: Repanse de Schoye (Verbreiterin von Glückseligkeit)
s] Weiss gilt als Farbe des reinen, selbstlosen (Sonnen-)Lichtes (vgl. Mbl.22).
t] Der Kelch (engl.: calix od. chalice, franz.: calice) ist eine vom Judentum übernommene christliche Ausprägung der kultischen Schalenform. Ihm entsprechen die zeremoniellen Trinkgefässe verschiedener Kulturen wie etwa Krater, Schöpfkelle oder Teeschale.
u] Im Gral erfährt der dazu vorbereitete Mensch die Bedingungslosigkeit der Christus-Liebe und wird dadurch fähig, dem Sonnenfunken eine Schale zu bilden und Ihn so in die Welt zu tragen (vgl. Mbl.27: Anm.2).
v] So lautet die englische Gralsüberlieferung um Avalon. Nach der französischen wurde der Gral zunächst in den Languedoc (Occitanie) gebracht; im übrigen steht die Überfahrt des Grals ins Abendland dort in Zusammenhang mit Marie Madeleine (Maria v.Magdala) und saint Lazaire (Lazarus).
w] Das Motiv der ,klugen Vermittlerin' klingt mit Brangaine in «Tristan und Isolde» ähnlich an.
x] Doch Lancelots Karma war nicht geläutert genug, um diesem Namen gerecht zu werden - seine Aufgabe war eine andere.