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Merkblatt 12:
Von der dritten Hierarchie
„Will man eine Vorstellung der dritten Hierarchie (Archai, Archangeloi, Angeloi) hervorrufen, so wird man darnach suchen müssen, Bilder zu gestalten, in denen Geistiges nicht in sinnenfälligen Formen, aber auch nicht auf rein geistige Art, sondern so sich offenbart, wie Denken, Fühlen und Wollen in der menschlichen Seele sich darleben. Geistiges in seelenhafter Bildlichkeit muss der Inhalt der Gedanken über eine dritte Hierarchie sein.”
Rudolf Steiners 78.Leitsatz
U R B E G I N N
Άρχή (Arché)
Geist der Persönlichkeit
hatte vor Lichtzeiten im Saturnzustand (1) seine Mensch-Stufe durchgemacht,
verfügt also über entfaltetes ICh sowie Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch,(2)
womit insbesondere in den physischen Leib des Menschen gewirkt wird.
Dieses Wesen atmet der Welt die Zeit aus
und bildet dem Menschen die Zeiträume, ist daher
Zeitgeist;(6)
an ihn wendet sich der Mensch, wenn er der Menschheit dient.(7)
Im Makrokosmos dienen Archaiwesen den Schöpfergeistern als Erzeuger des Raumes durch die Zeit.
Im Mikrokosmos regen sie Entfalten und Anwenden des Denkens an.
E R Z E N G E L
Άρχάγγελος (Archángelos)
Sohn des Feuers
hatte in Lichtzeiten im Sonnenzustand (1) seine Mensch-Stufe durchgemacht,
verfügt also über heilen Seelenleib und entfaltetes ICh sowie Geistselbst und Lebensgeist,(2)
womit insbesondere in den Lebensleib des Menschen gewirkt wird.
Dieses Wesen kann dem Überindividuellen (zB. Mosche, Mirjam, Muhammad) entgegentreten
und die Menschheit zu Gruppen (Gemeinschaften, Völker uä.) bilden, ist daher
Volksgeist;
an ihn wendet sich der Mensch, wenn er sich einem Volk oder Gebiet widmet.(5)
Im Makrokosmos verdichten Erzengelwesen die Zeiträume zu Jahrhundertgruppen.(6)
Im Mikrokosmos regen sie Entwickeln und Verwenden der Sprache an.
E N G E L
Άγγελος (Ángelos)
Sohn des Lebens und des Zwielichts
hatte nach Lichtzeiten im Mondenzustand (1) seine Mensch-Stufe durchgemacht und
verfügt also über ganzen Lebensleib, heilen Seelenleib und entfaltetes ICh sowie Geistselbst,(2)
womit insbesondere in den Seelenleib des Menschen gewirkt wird.
Dieses Wesen kann den Menschen immer wieder durch mehrere Inkarnationen begleiten
und als (im Traum erfahrbarer) Bote und Vermittler des Vereinzelten auftreten, ist daher
Individualgeist;
an ihn wendet sich der Mensch, wenn er zu „seinem” Gott betet.(3)
Im Makrokosmos verdichten Engelwesen die Zeiträume zu Stunden.(4)
Im Mikrokosmos regen sie Wiederherstellen des Physisch-lebendigen während des Schlafes an.
Anmerkungen
1) vgl. Mbl.6 - Demgegenüber regieren die Engel die Monden-, die Erzengel die Merkur- und die Urbeginne die Venussphäre zu.
2) vgl. Mbl.5
3) Jeder unreflektierte Monotheismus (etwa "God's my best friend.") endet gnädigstenfalls beim Engel.
4) „Stunde” (zB. „der Engel der neunten Stunde”) ist ein Weltmass, das nur in der modernen, irdisch-physischen Vorstellung als 60 Minuten definiert erscheint (vgl. zB. Atomuhrprinzip).
5) Dabei kann der Schatten des Volksgeistes wirksam werden, was zum Nationalismus mit seinen Schrecken führt. Eigentlich ist es an der Zeit, dass sich Volksgeister in kulturdifferenzierende Gebietsgeister wandeln.
6) „Jahrhundert” (zB. „der Erzengel der Gotik”) ist ein Entwicklungsmass, das selten genau 100 Jahre zählt, vielmehr drei Generationen. Erzengel können vorübergehend Zeitgeistwürde erlangen, zB. ORIPHIEL 150v-200, ANAEL 200-500, ZACHARIEL 500-850, RAPHAEL 850-1190, SAMAEL 1190-1510, GABRIEL 1510-1879 und MICHAEL ab 1879 (nach Tritemius, J.: «De septem secundeis»).
7) Der Menschheit, also dem Menschen dienend begegnet der Mensch dem Christus (vgl. Mbl.27).
Literatur
siehe auch Stichwort-Register
STEINER, R.: «Die Geheimwissenschaft im Umriß»
STEINER, R.: «Anthroposophische Leitsätze»
STEINER, R.: Vorträge in «GA 110»
STEINER, R.: Vorträge in «GA 121»
STEINER, R.: Vorträge in «GA 136»
STEINER, R.: Vortrag vom 18.VIII.1924 in «GA 243»
W.WEIRAUCH: »Flensburger Heft« Nr.23