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| Merkblatt- Beilage 18a: |
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| Haiku der SGK | |
| Die St.Galler Studiengruppe (SGL) tagte seit Dezember 1987 rhythmisch alle vierzehn Tage oder drei Wochen. Heute kommt man dort nur mehr einmal im Monat zusammen. Gemeinsam wurden geisteswissenschaftliche Texte gelesen oder Gespräche über verschiedene aktuelle Themen geführt. Seit August 2004 wird nun, im Rahmen der St.Galler Kamingespräche (SGK), an den meist donnerstäglichen Treffen oft ein Haiku verlesen, dreimal zur Einstimmung und einmal zum Ausklang. Einige dieser bunten Glasperlen stellen die SGK mit freundlicher Duldung der WfGW hier vor unter dem Motto | |
| Wie ein Druckventil in zu hektischen Zeiten wirkt diese Gruppe. |
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» zum 26. April |
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| Wie gut, dass unter den Füssen der Boden auch die Fehltritte auffängt. |
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» zum 22. März |
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| Sie sprengt die Knospen, diese helle grüne Kraft, und strebt zur Krone. |
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» zum 23. Februar |
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| Trotz Kälte und Schnee zu fragen "Wie geht es dir?", ist ganz schön mutig. |
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» zum 26. Januar |
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| Zusammenhalten, über sich hinaus wachsen, verbunden und frei. |
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» zum 30. Juni |
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| Das leuchtende Rot trotzt blühend dem Gewitter, Goldkraft des Zarten. |
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» zum 8. Dezember |
» zum 26. Mai |
| Inneres Streben, Freude am Leben, erwacht! Treibt die Herzen an! |
Die hohle Hand fasst, um deinen Durst zu stillen, das klare Wasser. |
» zum 24. November |
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| So mühsam der Weg aus dem Nebel zur Klarheit - es lohnt sich, jawohl! |
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» zum 27. Oktober |
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| Ohne Scham und Stolz auf das Eigene schauen, dann hinaus ins Jetzt. |
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» zum 22. September |
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| Glück beschert er nur, der Biss ins reife Fruchtfleisch, wenn niemand hungert. |
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» zum 27. Januar |
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| Das Licht bringt Freude in die betrübte Seele und Mut zum Handeln. |
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» zum 24. Juni |
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| Schwernasser Boden entlässt tanzende Blätter ins wärmende Licht. |
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» zum 27. Mai |
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| Wie kann diese Wand nur Schein sein, wenn doch der Kopf beim Aufprall so schmerzt? |
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» zum 25. November |
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| Schmerzlich Erlebtes reift zur Vollendung im Glanz des klaren Wortes. |
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» zum 28. Oktober |
» zum 25. März |
| Vorbei an Greisen tanzen lachende Kinder durchs raschelnde Laub. |
Mitgefühl öffnet die Grenze zwischen Menschen ohn' Übergreifen. |
» zum 23. September |
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| Schönstes Rot im Strauch, gepflückt nach klarer Frostnacht wärmt's und heilt's den Bauch. |
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» zum 26. August |
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| Für's innere Sein zu oft, zu laut, zu schwer tost die nachrichtenflut. |
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» zum 25. Juni |
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| In Windeseile symphonisch sich wiegendes Farbspiel mit Gräsern. |
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» zum 28. Mai |
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| Ja, nein, doch, nie, ach! zusammen und weit entfernt! Flattern des Lebens. |
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» zum 26. November |
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| Die Finger im Haar, verstohlen am Rock zupfend. Doch nicht so sicher? |
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» zum 29. Oktober |
» zum 26. März |
| Schmiegsame Schatten neben goldenem Leuchten, dazwischen die Kuh. |
Duftende Lichtkraft in rot-gelblichem Schimmer umwirkt das Ufer. |
» zum 26. Februar |
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| Falte die Sorge, zahle und borge drauflos bis alles zerplatzt. |
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» zum 28. August |
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| Sich am Schopf packen, damit das Leben spüre dass jemand drin ist. |
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» zum 26. Juni |
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| Es eilt die Wärme, durch Blumen und Gemüse mahnt sie zur Reife. |
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» zum 29. Mai |
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| Die Erde trägt uns und nährt uns, aber manchmal verführt sie uns auch. |
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» zum 27. November |
» zum 24. April |
| Fragen an die Welt, geworfen von der Trauer mit Hoffnung umhüllt. |
Sich öffnen dem Gold, |
» zum 30. Oktober |
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| Sanfte Weissmützen run den die scharfen Kanten, schäumen das Starre. |
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» zum 25. September |
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| Was eben erst spross, fällt wieder nieder - welken wir Dickhäuter mit? |
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» zum 28. August |
» zum 24. Januar |
| Neben der Leere nichts weiteres angetroffen, das füllt bis zum Rand. |
Knospende Äste schneiden das Blau des Himmels, mit spitzen Perlen. |
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» zum 20. Dezember |
» zum 24. Mai |
| Prallvoll von Wünschen aufs grosse Fest zugehen, die Leere suchend. |
Rhythmisch einklingend in den Lauf der Gestirne schreiten wir voran. |
» zum 22. November |
» zum 26. April |
| Bärtiger Bergler am Schilift - lachendes Kind will höher hinaus. |
Mit leisen Tönen (- Mit sanften Tönen/- Mit Herzenstönen) die Liebe herabzulocken von weit her erdwärts. |
» zum 15. März |
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| Was bläst mit der Wind in die trocknende Wäsche zwischen den Häusern. |
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» zum 17. August |
» zum 25. Januar |
| Einfach dastehen, das Licht einfluten lassen und dann wieder ran. |
Wissen sei möglich für echt sich Bemühende, raunt der Winterberg. |
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» zum 29. Juni |
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| "Ich bin schön", flüstert die Blüte mir ins Auge: "für dich und ewig". |
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» zum 15. Juni |
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| Adlergleich horstend kreisen Fragen in Köpfen zur Klarheit mit Pfiff. |
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» zum 11. Mai |
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| Das Wasser erweicht des Menschen harte Schale, stillt Sonnendurst. |
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» zum 27. April |
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| Leinen, noch feuchtes, unterm Eisen laut schnaubend, wird glatt für das Fest. |
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» zum 6. April |
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| Weiss-grüne Wiesen zeugen von scheidenden und bleibenden Kräften. |
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» zum 7. September (nachher) |
» zum 9. März |
| Morgenfrische lebt im ausgeruhten Körper, zeigt sich im Lachen. |
Keck blüht der Hasel. Weidenzweige röten sich, strahlen ins Laue. |
» zum 7. September (vorher) |
» zum 9. Februar |
| Saftig, süss, kräftig steigen sie Tritt für Tritt aufs Sprungbrett der Liebe. |
Über die Schwelle meines Hauses treten nur die Gebetenen. |
» zum 26. Januar |
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| Der Wille lohnt es, wenn er Beachtung erfährt. Er wird verlässlich. |
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» zum 12. Januar |
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| Nun zögert manchmal, was früher sich unbeschwert hat ausgebreitet. |
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» zum 22. Dezember |
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| Mit Diamant bestäubt das Licht die Winterstille am verschneiten Fluss. |
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» zum 9. Dezember |
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| Ein Ja zu sich selbst und die Frage: Wer bist du? durchlichten das Jetzt. |
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» zum 27. Oktober |
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| Mit Hingabe taucht wer dem Du begegnen will ins Beziehungsmeer. |
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» zum 1. September |
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| Vögel nach Süden und Arbeiter nach Westen, beide im Zugzwang. |
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Die reifende Frucht weckt hohe Erwartungen in den Betrachtern in den Geniessern in den Schmarotzern. |
Durch benetztes Grün flaudern die lauen Winde den Vogelgesang. |
Gut eingebettet und glitzernd fliesst das Wasser durch die Goldlandschaft. |
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© depending on dates by Elsbeth Murer |
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